BasisdatenKoordinaten:♁51° 40′ N, 8° 21′ OKoordinaten:51° 40′ N, 8° 21′ O||Bundesland:Nordrhein-WestfalenRegierungsbezirk:ArnsbergKreis:SoestHöhe:79 m ü. NHNFläche:113,68 km2Einwohner:69.047(31. Dez. 2023)[1]Bevölkerungsdichte:607 Einwohner je km2Postleitzahlen:59555–59558Vorwahlen:02941, 02945, 02948Kfz-Kennzeichen:SO, LPGemeindeschlüssel:05 9 74 028Stadtgliederung:18OrtsteileAdresse der Stadtverwaltung:Ostwall 1 59555 LippstadtWebsite:www.lippstadt.deBürgermeister:Arne Moritz(CDU)Lage der Stadt Lippstadt im Kreis Soest
Lippstadt([ˈlɪpʃtat]ⓘ/?) ist einegroße kreisangehörige StadtinNordrhein-Westfalen, die seit 1975 demKreis Soestangehört. Sie wurde 1185 alsPlanstadtgegründet und ist damit die ältesteGründungsstadtWestfalens. Lippstadt liegt etwa 65 Kilometer östlich vonDortmund, 40 Kilometer südlich vonBielefeldund 30 Kilometer westlich vonPaderborn.
Geographie
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Burgruine Bernhards II. nahe Lipperode
Lage
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Lippstadt, die größte Stadt im Kreis Soest, liegt am Fluss Lippe im nordöstlichen Teil des Kreises zwischen dem südlich gelegenen Haarstrang sowie dem Münsterland und dem Paderborner Land und grenzt an die Nachbarkreise Paderborn, Warendorf und Gütersloh.
Nachbargemeinden
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Innerhalb des Kreises Soest liegt östlich die Stadt Geseke, südlich die Stadt Erwitte, südwestlich die Gemeinde Bad Sassendorf und im Westen die Gemeinde Lippetal. Weiter im Uhrzeigersinn stellen die zum Kreis Warendorf gehörende Gemeinde Wadersloh, die zum Kreis Gütersloh gehörende Gemeinde Langenberg und die Stadt Rietberg sowie die zum Kreis Paderborn gehörenden Städte Delbrück und Salzkotten die Nachbarn dar.
Stadtgliederung
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Ortsteile von Lippstadt
Die Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt die Gebäude der heutigenLWL-Einrichtungen in Lippstadt-Eickelbornund -Benninghausen.
Bad Waldliesbornist ein staatlich anerkanntesHeilbad. Der Ort geht zurück auf einen Teil der Bauerschaft Suderlage, die zu der bis 1975 eigenständigen GemeindeLiesborngehörte und ihren Namen seit dem 1. Mai 1913 trägt. Vor 1975 gehörte die Gemeinde Liesborn demKreis Beckuman (heute großteilsKreis Warendorf). Die Bedeutung als Heilbad verdankt es den Thermal-Solequellen, durch die es zu einem renommierten Zentrum für Herz- und Rheumarehabilitationaufsteigen konnte.
Cappelist von derKernstadtLippstadts baulich kaum noch getrennt und geht insbesondere durch ein innerstädtisch gelegenes Industriegebiet (Hella KGaA Hueck & Co.Werk 2, Rothe Erde) in diese über. Bedeutsam für den Ort ist das spätestens 1139 erbautePrämonstratenserinnenkloster und spätere protestantische, freiweltlicheDamenstift Cappel; politisch angegliedert wurde es dem damaligenKreis Lippstadterst 1949.
Lipperodestellte wie Cappel einen der letzten Teile Lippstadts dar, die bis 1949 alsExklavezumKreis Detmoldgehörten und erst danach dem Kreis Lippstadt angegliedert wurden. Für dieLegende, dass Lipperode der Ursprungsort der Stadtgründer Lippstadts ist, gibt es keine gesicherten Quellen. Die eigentlicheBurg Lipperodewurde erst 1248 gebaut. DieDienstleutedieserWasserburgbildeten die ursprüngliche Bevölkerung Lipperodes.
Eickelbornist insbesondere durch das LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie desLandschaftsverbands Westfalen-Lippe(LWL) geprägt. Die Ortsgeschichte geht zurück bis ins Jahr 1262 und beginnt mit dem Rittergut derHerren von Eickelborn.
Benninghausen, das sich östlich an Eickelborn anschließt, beherbergt ebenfalls eine psychiatrische Einrichtung, dieLWL-Klinik Lippstadt. Erstmals wurde die Ortschaft im 9. Jahrhundert erwähnt. Sie erlangte vor allem durch ein 1240 erbautesZisterzienserinnenkloster Bedeutung, welches 1820 in ein Landarmenhausumgewandelt wurde und die Grundlage für die heutige psychiatrische Klinik bildet.
Lohe, ursprünglich ein Vorort zumKloster Benninghausen, ist auch heute noch sehr dörflich geprägt. Erstmals urkundlich erwähnt ist es als „Ruversloh“ 1313. Der Menninghof wurde erstmals um 1500 erwähnt und ist damit eines der ältesten Bauerngehöfte der Umgebung.
Hellinghausenist Lippstadt im Westen vorgelagert. Aufgrund einerLegendeum ein „versteinertes Brot“ gehörte dieser 1235 in derPfarrei Friedhardtskirchengegründete Ort im Mittelalter zu den religiösen Attraktionen der Gegend.
Herringhausengehörte ebenfalls Friedhardtskirchen an. Das etwas abseits vom Ortskern gelegeneSchloss Herringhausenwurde zwischen 1720 und 1730 errichtet und dient seit dem 15. Jahrhundert bis heute der Familie vonSchorlemeralsHerrensitz.
Overhagenist an der Westseite Lippstadts mit diesem fast verschmolzen. Auch dieser Ort gehörte ursprünglich zur Pfarrei Friedhardtskirchen. Das zentral gelegeneWasserschloss Overhagenbeherbergt heute ein staatlich anerkanntesprivates Gymnasiumsowie ein kleinesTheater.
Esbeckliegt amlinkenLippeufer und wird in derBusdorf-Urkundeals „Ebike, das bei Hörste liegt“ erstmals 1036 erwähnt. Wichtig für die Geschichte Esbecks ist dieBauernbefreiung1807 durch denFreiherrn vom Stein.
Dedinghausenwurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts durch einen Bruder des BischofsAltfrid von Hildesheimgegründet und besitzt ebenfalls eine eigene Kirche. Es ist neben Lippstadt selbst der einzige Ort auf Gemeindegebiet mit einem DB-Haltepunkt (Linie RB 89).
Rixbeck liegt direkt an der Ostseite Lippstadts und ist durch ein Industriegebiet mit diesem verzahnt. Eine kleine Hügellandschaft, die „Rixbecker Alpen“, prägt das Ortsbild.
Hörsteist ein Dorf, welches 981 wahrscheinlich aus eineraltsächsischenAnsiedlung an der Lippe entstanden ist. Hörstes Pfarrkirche St. Martinus existiert bereits seit der Mitte des 12. Jahrhunderts.
Garfeln, ehemals zumKreis Bürengehörend, wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Der Ort ist stark bäuerlich geprägt und hat keine Kirche.
Rebbekeliegt dem Ortsteil Hörste an der Lippe gegenüber. Dem stark landwirtschaftlich geprägten Ortsteil gehören auch dieDrubbelMettinghausenundNiederdedinghausenan. Erste Bauernfamilien in Rebbeke sind seit 1653 verzeichnet.
Bökenfördeim Südosten des Stadtgebietes ist ein ehemaligesEigengutdes Bistums Paderborn mit Mühle und Kirche. DiePfarrkirche St. Dionysiuswurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut; sie ist seit 1719 eine Wallfahrtsstätte,[2]ebenso wie die 1864 erbauteFeldkapelleam „Brünneken“. Bekannt ist das zu Bökenförde gehörendeWasserschloss Schwarzenraben, welches 1765 vonJohann Matthias Kitzerbaut wurde.
Lipperbruch, die jüngste Ortschaft Lippstadts, entstand im Umfeld des ehemaligenFliegerhorstesnach demZweiten Weltkriegaus ehemaligen Kasernenanlagen und einigen bäuerlichen Nebenerwerbshöfen. Seine Bevölkerung bestand zunächst überwiegend ausKriegsflüchtlingen,Vertriebenenund ansässig gewordenen Soldatenfamilien. Zwischenzeitlich bestand wieder eine Kaserne, die nördlich der Luftwaffenkaserne, auf dem ehemaligen Flugfeld, von den Britischen Besatzungstruppen errichtet wurde und ab 1958 alsLipperland-Kasernevon der Bundeswehr übernommen wurde. Dort waren bis in die frühen 1990er Jahre Teile derLuftlandebrigade 27stationiert. Nach dem Ende desKalten Kriegesund der Auflösung der1. Luftlandedivisionzog das Transportbataillon 801 in die Kaserne. Im Zuge derNeustrukturierung der Bundeswehrwurde die Kaserne im Jahr 2007 geschlossen. Rund die Hälfte des ehemaligen Bundeswehrkasernengeländes wird gewerblich genutzt, im südlichen Teil entsteht seit 2014 Wohnbebauung. Im Lipperbrucher Ortskern befinden sich das private Gymnasium und das BerufskollegMarienschule.